Monatsarchiv für Mai 2011

 
 

BerlinNext: Jörg Woltmann

Die Königliche Porzellan Manufaktur (KPM), Berlins nobelste Adresse für den festlich gedeckten Tisch war am Ende. Dann kam Jörg Woltmann. Als Mann mit großem Herzen und ebenso großen Plänen hat sich der Privatbankier dem teuren preußischen Zögling angenommen und ihn vor gut drei Jahren mit seinem Privatvermögen gekauft. Ein Risiko, denn die KPM war in all den Jahren ihres Bestehens kein Unternehmen, mit dem sich Geld verdienen ließ. Sondern ein Luxusprojekt. Kalte Rechner wären hier nie eingestiegen. Wohl aber Jörg Woltmann, der die Traditionsfirma längst nicht am Ende sah. Ein innovatives Konzept musste her – und mit der Verwirklichung ist der Banker nun schon im dritten Jahr beschäftigt. Woltmann hat die Reichen der Welt für sein Luxusprodukt interessiert. Auf internationalen Millionärsmessen zeigt er alte, historische KPM-Dekore, weil üppig bemaltes Porzellan dort besonders begehrt ist. Daneben pflegt das Unternehmen auch jene reinweißen Tafelservices, die Anfang des 20.Jahrhunderts nach den Prinzipien des Bauhauses für die Manufaktur kreiert worden sind. Dass Woltmann heute in der ehemaligen Ofenhalle von KPM auf exemplarisch gedeckte Tische schauen kann, gehört ebenfalls zu seiner Strategie. Und wer hier ein wenig zuschaut, begreift, dass Porzellan weit mehr als nur die Unterlage für das tägliche Essen ist: Es kann zum sinnlichen Vergnügen werden. So sehr, dass man damit leben möchte und Traditionen rettet, ohne zuerst nach dem Profit zu fragen. „Ich mache kein gutes
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